RODEO MÜNCHEN 2020

BAUSTELLE UTOPIA

Karten: https://www.eventbrite.de/

Alle Veranstaltungen werden soweit möglich gestreamt, bei zwei Abenden, jeweils zu einem Termin. Veranstaltungen, die für den VVK bzw. eine Anmeldung nicht gelistet sind, finden ausschließlich als Streaming statt.

https://www.youtube.com/watch?v=mBGh2ZONSJc

17.10. Samstag

18 Uhr / Vor dem PEP Einkaufscenter, Neuperlach / Eintritt frei
Schauen, was geht (Tour)

Finden Kunst und Kultur eigentlich auch außerhalb des Mittleren Rings statt? Gibt es das überhaupt? Und gibt es einen Unterschied zur Innenstadt? Ja! Zum Beispiel in Neuperlach!
Jonas Schlemme von KulturBunt e.V. ist im Viertel aufgewachsen, selbst Musiker und kennt alle Vorurteile über Neuperlach. Was viele nicht wissen, ist, dass es hier eine eigene, sehr aktive Szene von Künstler*innen gibt. Was macht den Stadtteil also aus? Was sind markante Schnittstellen? Was bedeutet es, Kunst und Kultur in den Außenbezirken Münchens zu machen? Jonas Schlemme zeigt uns auf seiner Tour durch Neuperlach, wie KulturBunt e.V. als Stadtteilkulturzentrum das Viertel mit seinem interkulturellen Programm bespielt, stellt Kulturorte vor – Straßenkulturorte abseits von festen Einrichtungen – und gibt uns einen Einblick in das Neuperlacher Stadtrandgeschehen anlässlich der Eröffnung von RODEO 2020_Baustelle Utopia.
Neuperlach ist einer der jüngsten Stadtteile von München. Geplant als Entlastungsstadt, wurde das Quartier in den 1960er Jahren auf der grünen Wiese erbaut. Nicht nur Wohnungen und öffentliche Einrichtungen sind hier entstanden, auch Firmensitze wurden im Süden der Stadt angesiedelt. Die U-Bahn war beim Erstbezug noch nicht einmal fertig gebaut. Die vielen verschiedenen Bewohner*innen von Neuperlach verbinden München heute mit der Welt.


Mit Jonas Schlemme, Simone Egger, Karnik Gregorian, Bülent Kullukcu

Die Tour findet barrierefrei zugänglich im öffentlichen Raum statt.

19 Uhr / Pepper Theater, Neuperlach / Eintritt: 5 € (ermäßigt) & 10 €
Rodeo Opening (Talk)

Rodeo hat 10. Geburtstag und feiert! Zum sechsten Mal findet das Festival der Freien Tanz- und Theaterszene Münchens statt!
Die Jubiläumsausgabe RODEO 2020_Baustelle Utopia wird an diesem Abend - trotz Corona - offiziell im Pepper Theater in Neuperlach eröffnet. Mit Performances, Filmen und Talks zeigen wir, dass es auch während der Pandemie ein kreatives und partizipatives Programm der Münchner Kulturszene geben kann. Der Verein KulturBunt Neuperlach e.V. mit dem Theater im Einkaufscenter PEP und Räumlichkeiten in der nahe gelegenen Albert-Schweitzer-Straße ist Projektpartner von RODEO 2020.
Auf Initiative des Kulturreferats findet RODEO, das Tanz- und Theaterfestival der Landeshauptstadt München, alle zwei Jahre statt und zeigt eine Auswahl von geförderten Stücken der Freien Szene. Zudem werden Projekte ausgeschrieben. Künstler*innen stellen sich und ihre Perspektiven vor. Die Jubiläumsausgabe 2020 wird von einem Kollektiv, bestehend aus Simone Egger, Karnik Gregorian und Bülent Kullukcu, künstlerisch und organisatorisch geleitet. Bedingt durch Corona konnten die geplanten, von Mai bis Juli über ganz München verteilten Veranstaltungen nicht stattfinden. Am 8. und 9. August hat RODEO als POP UP mit Theatervorstellungen und Performances im Hasenbergl Station gemacht.
Die Baustelle Utopia fragt nach Themen, die die Stadt, ihre Bewohner*innen und die Tanz- und Theaterszene bewegen und öffnet das Programm des Festivals transdisziplinär in verschiedene Richtungen. Neben den Stücken, die gezeigt werden, gibt es Performances und Talks, die sich mit Fragen von Raum, Kunst, Stadt und Diversität befassen.


Mit Simone Egger, Karnik Gregorian, Bülent Kullukcu

 

Der Eröffnungsabend von 19 bis ca. 22 Uhr ist bedingt durch Corona nur als komplette Veranstaltung buchbar.

19.30 Uhr / Pepper Theater, Neuperlach / Eintritt: 5 € (ermäßigt) & 10 €
trajectory (Film/Talk)

„trajectory“ ist eine modifizierte Ausgabe der choreografischen Intervention „trajectory – pictures of the fleeting world", die im April 2020 mit acht Performer*innen geplant war und unter den gegebenen Umständen abgesagt wurde. Entstanden sind zwei Filme „flying chairs" (25 Min.) und "inner.ober.land" (7 Min.). Wie bei der ursprünglich als Parcours durch die Stadt geplanten Intervention geht es auch im Film „flying chairs“ um das Auftauchen einer evidenten Form und Gestalt im Raum. War „trajectory" als Projekt im öffentlichen Raum konzipiert, in dem sich durch die ständige Fluktuation der Eindrücke und Bilder kaum ein signifikanter Moment auszeichnet, spielt „inner.ober.land“ mit der Idee einer „fleeting world“ im Innenraum.


Konzept und Choreografie: Micha Purucker

Der Eröffnungsabend von 19 bis ca. 22 Uhr ist bedingt durch Corona nur als komplette Veranstaltung buchbar.

21.00 Uhr / Pepper Theater, Neuperlach / Eintritt: 5 € (ermäßigt) & 10 €

Ayad Akhtars Stück „Geächtet“ erobert seit 2016 die deutschsprachige Theaterlandschaft. Theater heute wählt es zum „besten ausländischen Stück des Jahres“. Der Spiegel beschreibt es als „das Stück der Stunde“. Die Zeit nennt es „das perfekte Drama für Deutschland nach der Kölner Silvesternacht“. Doch was ist das Erfolgsrezept dieses Textes über ein scheinbar harmloses Dinner zweier Paare, deren Gespräch schnell um das Thema Islam kreist? Welcher Denkkorpus verhilft dem Stück zu seinem Durchbruch?
„Ich sehe was, was du nicht siehst“ ....
Ein Gegenplädoyer.


Performance von und mit Ayşe Güvendiren, in Zusammenarbeit mit der Journalistin Nabila Abdel Aziz.
Gegensätze / gegen Sätze ist entstanden im Rahmen des Regiestudiums an der Otto Falckenberg Schule

 

Der Eröffnungsabend von 19 bis ca. 22 Uhr ist bedingt durch Corona nur als komplette Veranstaltung buchbar.

 

18.10. Sonntag

15.00 Uhr / Pizzagube, Moosach / Eintritt: 5 € (ermäßigt) & 10 €

Am 22. Juli 2016 wurde der Münchner Stadtteil Moosach zum Schauplatz eines Anschlags, bei dem neun junge Menschen starben. Maja Das Gupta hat das Geschehen in Form eines Hörspiels verarbeitet, ihre fiktive Geschichte ist als Reaktion auf die Ereignisse in und vor dem Olympia-Einkaufszentrum entstanden. In ihrem Text „Das hier ist für dich“ wendet sich eine Frau an ihren Vater, den sie im Krankenhaus nicht besuchen konnte als er im Sterben lag, weil die Stadt wegen des Anschlags abgeriegelt war. Die Produktion der Autorin Maja Das Gupta wurde beim Berliner Hörspielfestival 2017 in der Kategorie „Kurzhörspiele“ bis 20 Minuten ausgezeichnet.


Von und mit Maja Das Gupta

Das Hörspiel beginnt in der Pizzagube und wird nach einer Einführung in das Thema als Spaziergang Richtung Olympia-Einkaufscenter durchgeführt. Bitte eigene Kopfhörer und Smartphones bzw. mp3-Player mitbringen. Walk und Talk gehen fließend ineinander über.

16.30 Uhr / Pizzagube, Moosach bzw. OEZ / Eintritt frei
Das hier ist für Dich.
Eine Erinnerung an das OEZ-Attentat (Talk)

Der Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum im Juli 2016 hat eine ganze Stadt betroffen gemacht. Aus einer rechtsextremen Überzeugung heraus hat ein 18jähriger einen vertrauten Ort aufgesucht und bei McDonalds gezielt auf Jugendliche mit Migrationshintergrund geschossen. Im Einkaufscenter und entlang der umliegenden Wohnhäuser fielen weitere Schüsse. Neun junge Menschen sind bei dem Attentat in Moosach gestorben. Am Ende hat sich der Täter selbst gerichtet. Ganz München hat an diesem Tag den Atem angehalten, aus Angst, aus Ungewissheit, vor Entsetzen.
Das Ereignis aus der jüngsten Stadtgeschichte wirft viele Fragen auf. Was ist im Juli 2016 eigentlich geschehen? Wie wurde und wie wird mit der Gewalttat umgegangen? Was ist über die Opfer bekannt? Wie wird der ermordeten Jugendlichen gedacht? Was hat den Amokläufer angetrieben? Wie hat er sich radikalisiert? Was hat das Geschehen mit der Stadtgesellschaft zu tun? Im Rahmen der RODEO_Talkshow geht es gemeinsam mit der Autorin Maja Das Gupta und anderen Gästen um das OEZ-Attentat.


Mit Maja Das Gupta, Simone Egger, Karnik Gregorian, Bülent Kullukcu u.a.

 

Das Hörspiel beginnt in der Pizzagube und wird nach einer Einführung in das Thema als Spaziergang Richtung Olympia-Einkaufscenter durchgeführt. Bitte eigene Kopfhörer und Smartphones bzw. mp3-Player mitbringen. Walk und Talk gehen fließend ineinander über. Vor Ort befassen wir uns mit dem Erinnern an die Ereignisse.

 

Der Talkk findet barrierefrei zugänglich im öffentlichen Raum statt.

 

19.00 Uhr / Pepper Theater, Neuperlach / Eintritt: 8 € (ermäßigt) & 15 €

Realität und Fiktion – Theater und Dokumentation.
Ein ehemaliger Soldat mit Einsatz in Afghanistan und ein afghanischer Zivilist begegnen sich auf der Bühne. Es kommt zu einer Art Vexierspiel: Unverständliches und Gemeinsames, Meinungen und Haltungen werden sichtbar. Am Beispiel von zwei ganz unterschiedlichen Lebenswelten werden gesellschaftliche und politische Strukturen deutlich – ohne Anspruch auf verallgemeinernde Wahrheiten. Der Regisseur Ulf Goerke hat das Stück für die Kulturbühne Spagat entwickelt. Im Rahmen von RODEO 2020_Baustelle Utopia gastiert die Produktion „Out of Area“ im Pepper Theater in Neuperlach und wird als Projektion auch an anderen Orten im Stadtraum zu sehen sein.


Schauspieler: Pouya Raufyan, Manuel Nawrot
Regie: Ulf Goerke
 

20.30 Uhr / Pepper Theater, Neuperlach / Eintritt frei

Zwei Männer, Deutschland, Afghanistan, zwei Perspektiven, eine Geschichte. Im Anschluss an die Vorstellung wird es ein Publikumsgespräch mit den beteiligten Akteuren und dem Regisseur geben.


Mit Pouya Raufyan, Manuel Nawrot, Ulf Goerke, Barbara Kastner

 

 

19.10. Montag

18.00 Uhr / Galerie Kullukcu Gregorian, Kreativquartier / Kein Publikum
RODEO_Talkshow: Freiheit vermessen Teil 1 (Talk)

Akteur*innen der Freien Szene Tanz und Theater verständigen sich in einer Lokalrunde über Projekte und Vorhaben, strukturelle Schwierigkeiten, Einschränkungen und Zukunftsvisionen. Mit dem Gespräch wird live im Talk oder gegebenenfalls per Skype eine Unterhaltung fortgesetzt, die bereits während des Lockdowns begonnen hat. 

 

Eine Kooperation mit dem Landesverband Freier darstellender Künste Bayern e.V.

Diese Veranstaltung findet ohne Publikum statt. Anmeldung unter ticket@rodeomuenchen.de.

 

20.10. Dienstag

Talkshow Rodeo - Route 1: Baustelle Utopia

18.00 Uhr / Mira Einkaufscenter, Hasenbergl / Eintritt: 12 € (ermäßigt) & 19 € für die gesamte Route
Für die Route fahren wir mit öffentlichen Verkehrsmittel, für die ein gültiges MVV-Ticket benötigt wird. Die Route endet in Neuperlach.
trajectory !mira! (Performance)

Eine alltägliche Szene. Menschen laufen durch ein Einkaufscenter, fahren mit der Rolltreppe, begegnen sich, gehen achtlos aneinander vorbei. Unzählige Male passieren diese Dinge immer wieder von neuem und überall auf der Welt. Plötzlich bleibt der Blick etwas länger an einem Detail hängen, Doppelungen stellen sich ein, etwas wird als Form erkannt, und im nächsten Moment hat es sich schon wieder verflüchtigt. Wie sind die Bedingungen der Wahrnehmung einer Gestalt? Beweglichkeit und Mobilität sind ein Teil des Spiels - das interessierte Publikum ist eingeladen, zu flanieren und zu streunen. Das Paradox der als Veranstaltung angekündigten Intervention besteht darin, dass es um die Entfaltung ästhetischer Momente und Prinzipien an Orten geht, an denen es weder erwartet noch vorgesehen oder gefordert ist. Der Bewegungspfad der Performerinnen bleibt rahmenlos.


Choreografie: Micha Purucker
Performerinnen: Lisa König, Verena Rendtorff, Anise Smith, Andrea Werner

19.15 Uhr / Kunstpavillon, Alter Botanischer Garten / Eintritt: siehe 18.00 Uhr
Rodeo_Talkshow: Über Stadtanthropologie

Als teilnehmender Beobachter hat sich der Schweizer Stadtanthropologe Michel Maßmünster im Rahmen seiner Studie „Im Taumel der Nacht“ die Stadt erschlossen. Das Streifen durch den städtischen ist eine wesentliche Forschungsmethode, in der Bewegung wird die Stadt vermessen, wird ausgelotet, wie die einzelnen Stränge im Ganzen zusammenhängen. Der Musiker Asmir Šabić kommentiert die Spurensuche auf seine Weise, lässt die Stadt anklingen.


Mit Michel Massmünster, Asmir Šabić
 

20.15 Uhr / Kulturbunt Kulturhaus, Neuperlach / Eintritt: siehe 18.00 Uhr

Ralf Homann und Manuela Unverdorben denken für ihre Kunden je nach Bedarf. Wissen ist schließlich Macht. Ihr „The Better Think Tank Project (BTTP)“ ist eine Unternehmensberatung für Möglichkeitsräume und eröffnet neue, radikale Sichtweisen auf bisher ungelöste Fragen. Regelmäßig lädt BTTP zum Liberty Café, das Experten und Entscheidungsträger vernetzt. Mit dieser professionellen Performance setzen Homann und Unverdorben ein starkes Signal im boomenden Berater-Markt. Schwerpunkt des diesjährigen Liberty Cafés: „Entmiete dich selbst!“ Für die BewohnerInnen der spätmodernen Großstadt sind Manuela Unverdorben und Ralf Homann als Expertenteam in Sachen Immobilienwirtschaft unterwegs. Sie entwickeln erfolgreiche Strategien, um in der boomenden Stadt maximale Gewinne mit Wohnen und Urbanität zu erwirtschaften.

Im Rahmen ihres Formats „The Better Think Tank Project (BTTP)“ setzen sich die Künstlerin Manuela Unverdorben und der Künstler Ralf Homann seit Jahren performativ mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander. Als Teil der weltweiten „Consultancy Industry“ führen sie ästhetische Untersuchungen durch und intervenieren mit Ratschlägen für Kapitalanlagen aller Art.


Mit Ralf Homann, Manuela Unverdorben

 

„Guten Abend. Wir freuen uns, Sie heute, am 15. März 1957, fünf Monate nach dem ungarischen Volksaufstand, hier in München begrüßen zu dürfen. Heute Abend werden wir, die Philharmonia Hungarica, speziell für Sie das Konzert für Orchester von Béla Bartók spielen.“
Oktober 1956. Während im Nahen Osten die Suezkrise tobt, fordert ganz Ungarn Meinungs- und Pressefreiheit, Unabhängigkeit von der Sowjetunion und freie Wahlen. Von sowjetischer Seite wird der ungarische Volksaufstand blutig niedergeschlagen. Das Interesse von Politik und Medien aber gilt der Suezkrise.

Die Philharmonia Hungarica, bestehend aus Geflüchteten des Ungarnaufstandes, führt 1957 in München das Konzert für Orchester von Béla Bartók auf. Doch der Dirigent lässt auf sich warten. Verunsichert von der plötzlichen Orientierungslosigkeit beginnt eine Auseinandersetzung mit der veränderten Lebenswelt der Musikerinnen und Musiker. Wer bestimmt die politische Agenda? Wie zeigt sich Solidarität in Zeiten der Not? Wann wird Musik propagandistisch (aus-)genutzt?
Die Spieler*innen der Philharmonia Hungarica begeben sich episodenhaft auf die Suche nach Hoffnung auf Solidarität, Gerechtigkeit und Demokratie. Bartóks Konzert für Orchester bildet die strukturelle Folie für eine theatrale Befragung von (Ab-)Lenkung der Medien, politischer Themensetzung und Rhetorik im Ungarn von 1956 bis heute.


Regie: Caitlin van der Maas

21.10. Mittwoch

„Guten Abend. Wir freuen uns, Sie heute, am 15. März 1957, fünf Monate nach dem ungarischen Volksaufstand, hier in München begrüßen zu dürfen. Heute Abend werden wir, die Philharmonia Hungarica, speziell für Sie das Konzert für Orchester von Béla Bartók spielen.“
Oktober 1956. Während im Nahen Osten die Suezkrise tobt, fordert ganz Ungarn Meinungs- und Pressefreiheit, Unabhängigkeit von der Sowjetunion und freie Wahlen. Von sowjetischer Seite wird der ungarische Volksaufstand blutig niedergeschlagen. Das Interesse von Politik und Medien aber gilt der Suezkrise.
Die Philharmonia Hungarica, bestehend aus Geflüchteten des Ungarnaufstandes, führt 1957 in München das Konzert für Orchester von Béla Bartók auf. Doch der Dirigent lässt auf sich warten. Verunsichert von der plötzlichen Orientierungslosigkeit beginnt eine Auseinandersetzung mit der veränderten Lebenswelt der Musikerinnen und Musiker. Wer bestimmt die politische Agenda? Wie zeigt sich Solidarität in Zeiten der Not? Wann wird Musik propagandistisch (aus-)genutzt?
Die Spieler*innen der Philharmonia Hungarica begeben sich episodenhaft auf die Suche nach Hoffnung auf Solidarität, Gerechtigkeit und Demokratie. Bartóks Konzert für Orchester bildet die strukturelle Folie für eine theatrale Befragung von (Ab-)Lenkung der Medien, politischer Themensetzung und Rhetorik im Ungarn von 1956 bis heute.


Regie: Caitlin van der Maas

21.–24. Oktober, jeweils 14–20 Uhr MIRA Einkaufs-Zentrum
O.S.T. Soundwerkstatt
Die O.S.T. 15,9 Soundwerkstatt bezieht im Rahmen des Rodeo-Festivals die Lounge im MIRA Einkaufszentrum im Münchner Norden und verwandelt sie in ein temporäres Klanglabor. Jede*r kann mitmachen und mit mobilen Aufnahmegeräten, Drumcomputern und Synthesizern unseren alternativen Shopping-Soundtrack mitgestalten. Ob sich das eher nach einem futuristischen Hörspiel, nach Retro-Beats oder verrückten Klangexperimenten anhört, bestimmt ihr. Mit Kim Twiddle, Marcel Ralle, Raoul Bogie, Colin Djukic und anderen

Mira Einkaufszentrum, Lounge, 1. Stock

kostenlos und ohne Anmeldung

Präsentation: 26. Oktober, 17.30 Uhr, im Rahmen der Rodeo_Route 4

 

22.10. Donnerstag

Talkshow Rodeo – Route 2: Stadt.Raum.Kunst

Hand aufs Herz:  Wer verweilt ab und zu auf einer Parkbank im Ostpark, wandert zum Karl-Marx-Zentrum, oder kauft 4 Flaschen Desinfektionsmittel, 1 Vaseline, 1 Gurke, 1 Aubergine und Latexhandschuhe beim Penny am Ostpark? Mit Damla und Murat in Neuperlach auf einer Parkbank im Ostpark abhängen. Und noch kurz zum Einkaufen beim Penny im Karl-Marx-Zentrum? Eine Folge voller Sehnsüchte, Frust und Lust, Einsamkeiten und Gemeinsamkeiten.
Kopfkino ist eine Reihe von literarischen Spaziergängen durch Kopf und Stadt von jungen Münchner Autor*innen, gesammelt und gelesen von der Schauspielerin Henriette Fridoline Schmidt. Jede*r Autor*in, jeder Weg, jeder Text ist anders: Mal ein Gedankenstrom, mal ein Hörspiel, ein Roman oder eine Assoziationskette. Kopfkino ist kein Buch, kein Theater, keine Performance und kein Hörspiel. Kopfkino ist ein Podcast zum Stadt wandern, streunen, entdecken. Die Folge 7 „Plattenbauphilosophie“ hat der Regisseur und Autor Emre Akal erdacht, im Rahmen von RODEO 2020 werden Henriette Fridoline Schmidt und Benno Heisel den Podcast mit dem Gang durch Neuperlach live performen.


Kopf, Text und Weg: Emre Akal
Sound und Bearbeitung: Benno Heisel
Stimme und Konzept: Henriette Fridoline Schmidt

 

RODEO_Talkshow: Über Kunst und Stadt (Talk)

In der Baustelle Utopia stellen sich viele Fragen zur Zukunft der Stadt und der Menschen, die in der Stadt leben. München wächst und boomt wie nie zuvor. Mietpreise steigen, die Innenstadt ist umkämpft – es geht um Mitsprache, Teilhabe und Räume.
Kunst braucht Raum, lautet eine Parole, die gerade in München häufig zu vernehmen ist. Damit ist meistens das Stadtzentrum gemeint. Bahar Auer, die künstlerische Leiterin von Kulturbunt e.V. und dem Pepper Theater, spricht über die Orte, an denen sie Kunst macht: von der Buttermelcherstraße im Münchner Glockenbachviertel bis nach Neuperlach. Wir fragen Bahar Auer, was für sie Kunst und Kultur ausmachen und was sie mit ihren Projekten bewegen will. Der Stadtteil ist erst vor wenigen Jahrzehnten entstanden. Was ist an dem Quartier besonders interessant? Und welche Fragen beschäftigen die Menschen in diesem Teil der Stadt? Am Gespräch „Über Kunst und Stadt“ nehmen auch die Künstler*innen Henriette F. Schmidt, Benno Heisel und Barbara Galli teil.


Mit Bahar Auer, Henriette F. Schmidt, Benno Heisel, Barbara Galli, Simone Egger, Karnik Gregorian, Bülent Kullukcu

 

21.–24. Oktober, jeweils 14–20 Uhr MIRA Einkaufs-Zentrum
O.S.T. Soundwerkstatt
Die O.S.T. 15,9 Soundwerkstatt bezieht im Rahmen des Rodeo-Festivals die Lounge im MIRA Einkaufszentrum im Münchner Norden und verwandelt sie in ein temporäres Klanglabor. Jede*r kann mitmachen und mit mobilen Aufnahmegeräten, Drumcomputern und Synthesizern unseren alternativen Shopping-Soundtrack mitgestalten. Ob sich das eher nach einem futuristischen Hörspiel, nach Retro-Beats oder verrückten Klangexperimenten anhört, bestimmt ihr. Mit Kim Twiddle, Marcel Ralle, Raoul Bogie, Colin Djukic und anderen

Mira Einkaufszentrum, Lounge, 1. Stock

kostenlos und ohne Anmeldung

Präsentation: 26. Oktober, 17.30 Uhr, im Rahmen der Rodeo_Route 4

 

23.10. Freitag

16.00 Uhr, 17.00 Uhr, 18.30 Uhr, 19.30 Uhr, 20.30 Uhr / Willy-Brandt-Platz, Messestadt West
Ticketpreise: Gruppenticket 4 Personen 32 € (ermäßigt) & Gruppenticket 4 Personen 40 €

Ein Auto ist in ein Klohäuschen gekracht – und das direkt auf dem Willy-Brandt-Platz. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Unfall, ist eine Theaterinstallation. „Hard Drive“ lautet der Titel des Stücks, das formal und inhaltlich so ganz anders daherkommt als es den Sehgewohnheiten entspricht. Das Auto ist gleichzeitig Bühne, animierter Darsteller und Zuschauerraum. „Hard Drive“ ist der erste Teil der zweijährigen Projektreihe „CRASH“, die im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird.
Mit CRASH arbeitet die Stuttgarter Theatergruppe O-Team in Zusammenarbeit mit dem Theater Aalen und dem HochX München an der Entwicklung eines performativen Objekttheaters. Vier Einzelprojekte gehen von technischen Objekten aus. Zum Auftakt der Reihe untersucht O-Team in München den Unfall als das Verdrängte von Technik und Fortschritt.

 

Von und mit O-Team: Antonia Beermann, Folker Dückert, Benno Heisel, Pedro Pinto u.a.


Für die angegebenen Uhrzeiten muss jeweils ein Gruppenticket für vier Mitspieler*innen gebucht werden. 

21.–24. Oktober, jeweils 14–20 Uhr MIRA Einkaufs-Zentrum
O.S.T. Soundwerkstatt
Die O.S.T. 15,9 Soundwerkstatt bezieht im Rahmen des Rodeo-Festivals die Lounge im MIRA Einkaufszentrum im Münchner Norden und verwandelt sie in ein temporäres Klanglabor. Jede*r kann mitmachen und mit mobilen Aufnahmegeräten, Drumcomputern und Synthesizern unseren alternativen Shopping-Soundtrack mitgestalten. Ob sich das eher nach einem futuristischen Hörspiel, nach Retro-Beats oder verrückten Klangexperimenten anhört, bestimmt ihr. Mit Kim Twiddle, Marcel Ralle, Raoul Bogie, Colin Djukic und anderen

Mira Einkaufszentrum, Lounge, 1. Stock

kostenlos und ohne Anmeldung

Präsentation: 26. Oktober, 17.30 Uhr, im Rahmen der Rodeo_Route 4

 

24.10. Samstag

Auf welchem Weg befinden sich die Freien Darstellenden Künste eigentlich gerade? Breit und bequem ist er von Haus aus sowie eher selten, doch in 2020 finden sich ein paar Extra-Steine unter den Füßen: die Pandemie hat nicht nur die systemische Verwundbarkeit der freien darstellenden Künste grell ausgeleuchtet, sondern auch grenzüberschreitende Kooperationen erschwert und teils unmöglich gemacht. Gemeinsames Agieren und strategische Geschlossenheit sind in dieser Lage wichtiger denn je.

Wie gehen freien darstellende Künstler*innen mit den Herausforderungen um? Wie soll Europa gestaltet werden, wie nachhaltig muss Kunst produziert und rezipiert werden, wie kann die gesellschaftliche Rolle während einer Pandemie aufrechterhalten werden?
Lokale und internationale Theaterschaffende sowie Vertreter*innen mehrerer Verbände erforschen in einer Arbeitskonferenz in den Räumen der Pasinger Fabrik, was sich in der Nachfolge eines internationalen Treffens von 2018, dem IETM Plenary Munich “Res Publica Europa”, ereignet hat. Darunter fällt zunächst die Aufarbeitung der Themen jenes Meetings – Europa, Diversität und Zukunft –, best-practice-Vorstellungen, aber auch die sich aktuell entwickelnden Probleme und Lösungsmöglichkeiten bezüglich Nachhaltigkeit, Inklusion und der Arbeitsbedingungen während und nach der Pandemie. Strukturen anderer Länder können als Blaupause für eigene Vorschläge herangezogen werden.

Das Netzwerk IETM, das Plenary Meeting Munich 2018 und die vorab erfragten Schwerpunkte werden vorgestellt. Es sollen Konzepte und Forderungen entwickelt werden, mit denen künstlerisch gearbeitet und die gesellschaftliche Aufgabe erfüllt werden kann.

Mit dem Format „On the Road” dockt das Netzwerk IETM an RODEO 2020 an und bringt aktuelle, kulturpolitische Fragen zur Sprache, die Tanz- und Theaterschaffende in München, in Europa und rund um den Globus beschäftigen.

Die Teilnahme ist kostenfrei und auch für nicht-IETM-Mitglieder möglich. Eine Registrierung ist notwendig unter www.ietm.org.

Bei Fragen: on-the-road@meta-theater.com.
 

16.00 Uhr, 17.00 Uhr, 18.30 Uhr, 19.30 Uhr, 20.30 Uhr / Willy-Brandt-Platz, Messestadt West
Ticketpreise: Gruppenticket 4 Personen 32 € (ermäßigt) & Gruppenticket 4 Personen 40 €

Ein Auto ist in ein Klohäuschen gekracht – und das direkt auf dem Willy-Brandt-Platz. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Unfall, ist eine Theaterinstallation. „Hard Drive“ lautet der Titel des Stücks, das formal und inhaltlich so ganz anders daherkommt als es den Sehgewohnheiten entspricht. Das Auto ist gleichzeitig Bühne, animierter Darsteller und Zuschauerraum. „Hard Drive“ ist der erste Teil der zweijährigen Projektreihe „CRASH“, die im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird.
Mit CRASH arbeitet die Stuttgarter Theatergruppe O-Team in Zusammenarbeit mit dem Theater Aalen und dem HochX München an der Entwicklung eines performativen Objekttheaters. Vier Einzelprojekte gehen von technischen Objekten aus. Zum Auftakt der Reihe untersucht O-Team in München den Unfall als das Verdrängte von Technik und Fortschritt.

 

Von und mit O-Team: Antonia Beermann, Folker Dückert, Benno Heisel, Pedro Pinto u.a.


Für die angegebenen Uhrzeiten muss jeweils ein Gruppenticket für vier Mitspieler*innen gebucht werden. 


 

16.00 Uhr / Willy-Brandt-Platz, Messestadt West / Eintritt frei
Rodeo_Talkshow: Über digitale/analoge Räume (Talk)

Da steht ein Auto mitten auf dem Willy-Brandt-Platz. Das Auto mit dem angefahrenen Klohäuschen ist eine Theaterinstallation. Im Inneren des Wagens  können jeweils vier Personen mitspielen und wählen, wie sie vorgehen wollen. Wer sind die Spieler*innen in diesem Stück? Über das Projekt und seine Entstehung werden wir vor Ort mit Antonia Beermann und Benno Heisel vom O-Team sprechen. Dirk von Gehlen von der Süddeutschen Zeitung wird das Gespräch über digitale/analoge Bühnenräume als Experte für neue Medien kommentieren, der Künstler Michael Lapper spricht über den Ort des Geschehens als Experte für das Quartier. 


Mit Antonia Beermann, Benno Heisel, Dirk von Gehlen, Michael Lapper, Simone Egger, Karnik Gregorian, Bülent Kullukcu

Der Talk  findet barrierefrei zugänglich im öffentlichen Raum um das Auto herum statt.

20.30 Uhr / Probebühne 1, Eingang Therese-Giehse-Halle (Münchner Kammerspiele)
Eintritt: 12 € (ermäßigt) & 19 €

Am 01. Juli 2009 wird Marwa El-Sherbini im Landgericht Dresden von einem islamophoben Gewalttäter niedergestochen. Ein heraneilender Bundespolizist schießt auf El-Sherbinis Ehemann Elwy Ali Okaz, der mit dem Angreifer um die Tatwaffe ringt. Der Ehemann überlebt den Gewaltexzess nur knapp. Marwa El-Sherbini stirbt an ihren Verletzungen.
Wie konnte es zu so einem Blutbad kommen? Wie steht es um die Verantwortung der Justiz? Hätte wirklich „niemand ahnen können, dass der Angreifer zu so einer Tat fähig ist“, wie es in einer Stellungnahme der Behörden heißt? Oder reicht der Erfahrungshorizont innerhalb der Justiz einfach nicht aus, um die Gefahren, denen Betroffene rechter und rassistischer Gewalt ausgesetzt sind, richtig einzuschätzen?
Die Arbeit „Recht(s) – Über das Verbrechen an Marwa El-Sherbini“ versucht Bedeutungsschichten des Mordfalles El-Sherbini freizulegen. Um bislang Unerhörtem auf die Spur zu kommen, wird die Geschichte neu befragt.


Inszenierung: Ayşe Güvendiren
 

21.–24. Oktober, jeweils 14–20 Uhr MIRA Einkaufs-Zentrum
O.S.T. Soundwerkstatt
Die O.S.T. 15,9 Soundwerkstatt bezieht im Rahmen des Rodeo-Festivals die Lounge im MIRA Einkaufszentrum im Münchner Norden und verwandelt sie in ein temporäres Klanglabor. Jede*r kann mitmachen und mit mobilen Aufnahmegeräten, Drumcomputern und Synthesizern unseren alternativen Shopping-Soundtrack mitgestalten. Ob sich das eher nach einem futuristischen Hörspiel, nach Retro-Beats oder verrückten Klangexperimenten anhört, bestimmt ihr. Mit Kim Twiddle, Marcel Ralle, Raoul Bogie, Colin Djukic und anderen

Mira Einkaufszentrum, Lounge, 1. Stock

kostenlos und ohne Anmeldung

Präsentation: 26. Oktober, 17.30 Uhr, im Rahmen der Rodeo_Route 4

 

25.10. Sonntag

Ein Auto ist in ein Klohäuschen gekracht – und das direkt auf dem Willy-Brandt-Platz. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Unfall, ist eine Theaterinstallation. „Hard Drive“ lautet der Titel des Stücks, das formal und inhaltlich so ganz anders daherkommt als es den Sehgewohnheiten entspricht. Das Auto ist gleichzeitig Bühne, animierter Darsteller und Zuschauerraum. „Hard Drive“ ist der erste Teil der zweijährigen Projektreihe „CRASH“, die im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird.
Mit CRASH arbeitet die Stuttgarter Theatergruppe O-Team in Zusammenarbeit mit dem Theater Aalen und dem HochX München an der Entwicklung eines performativen Objekttheaters. Vier Einzelprojekte gehen von technischen Objekten aus. Zum Auftakt der Reihe untersucht O-Team in München den Unfall als das Verdrängte von Technik und Fortschritt.

Von und mit O-Team: Antonia Beermann, Folker Dückert, Benno Heisel, Pedro Pinto u.a.


Für die angegebenen Uhrzeiten muss jeweils ein Gruppenticket für vier Mitspieler*innen gebucht werden. 

Talkshow Rodeo – Route 3: Rassismus bekämpfen Teil 1
 

20.00 Uhr / Probebühne 1, Eingang Therese-Giehse-Halle (Münchner Kammerspiele)
Eintritt: 12 € (ermäßigt) & 19 €

Am 01. Juli 2009 wird Marwa El-Sherbini im Landgericht Dresden von einem islamophoben Gewalttäter niedergestochen. Ein heraneilender Bundespolizist schießt auf El-Sherbinis Ehemann Elwy Ali Okaz, der mit dem Angreifer um die Tatwaffe ringt. Der Ehemann überlebt den Gewaltexzess nur knapp. Marwa El-Sherbini stirbt an ihren Verletzungen.
Wie konnte es zu so einem Blutbad kommen? Wie steht es um die Verantwortung der Justiz? Hätte wirklich „niemand ahnen können, dass der Angreifer zu so einer Tat fähig ist“, wie es in einer Stellungnahme der Behörden heißt? Oder reicht der Erfahrungshorizont innerhalb der Justiz einfach nicht aus, um die Gefahren, denen Betroffene rechter und rassistischer Gewalt ausgesetzt sind, richtig einzuschätzen?
Die Arbeit „Recht(s) – Über das Verbrechen an Marwa El-Sherbini“ versucht Bedeutungsschichten des Mordfalles El-Sherbini freizulegen. Um bislang Unerhörtem auf die Spur zu kommen, wird die Geschichte neu befragt.


Inszenierung: Ayşe Güvendiren
 

Rodeo_Talkshow: Über Rechtsextremismus (Text)

Vor 50 Jahren hat der Wissenschaftler Theodor W. Adorno einen Vortrag gehalten, der 2020 in Buchform erschienen und nichts an Aktualität verloren hat. Der österreichische DJ, Künstler und Poptheoretiker Didi Neidhart äußert sich zu Adornos „Aspekten des neuen Rechtsradikalismus“ und stellt angesichts eines erstarkenden Rechtsradikalismus in Europa und den USA andere analytische Auseinandersetzungen mit dem Populismus und dem rechten Terror der Gegenwart vor.

Corona bedingt entfällt der Talk, die Inhalte stehen zum Nachlesen bereit.

 

26.10. Montag

Talkshow Rodeo – Route 4: Gentrifizierung

Im Einkaufscenter eröffnet ein temporäres Tonstudio. Die O.S.T. 15.9 Soundwerkstatt wagt sich in den öffentlichen Raum.
Mit mobilen Aufnahmegeräten können ungewöhnliche Klänge in der Umgebung aufgespürt und im Studio-Container zu Musik oder Klangkunst verarbeitet werden. Möglich ist es auch, Gespräche mitschneiden, Interviews durchführen, Sprachaufnahmen machen, die zu einer Reportage oder einem Hörspiel zusammengesetzt werden oder ganz ohne die alltägliche „Außenwelt“ im O.S.T.-Studio mittels Synthesizern, Drum Machines und Effektgeräten in Klangwelten gestaltet werden können.
Die produzierten Klangereignisse spielen wir dann wieder aus: Über Hörstationen und Installationen rund um den jeweiligen Spielort, spontane Performances und App-gestützte Sound-Schnitzeljagden treten wir mit der Umgebung in Austausch. Über die Projektwebseite ost-soundwerkstatt.de werden die Produktionen auch über das direkte Umfeld hinaus erfahrbar.


Mit Colin Djukic u.a.

Die Performance findet barrierefrei zugänglich im MIRA Einkaufszentrum statt.

19.00 Uhr / MIRA Einkaufszentrum, Hasenbergl / Eintritt: siehe 17.30 Uhr
Utopia // Über Stadträume (Lesung/Talk)

Architektur und die Frage nach der Zukunft sind die zentralen Themen der Lesung mit der Schauspielerin Nicole Kleine und dem Architekten und Theatermacher Axel Tangerding basierend auf kritischen Texten von Rem Koolhaas, Paul Scheerbart, Bruno Taut, Peter Sloterdijk und Italo Calvino. Es geht um urbanes Leben, Utopien und den Traum von Arkadien.
„Utopia ist das schmutzige Geheimnis der Architektur. Im Grunde ihres Wesens behauptet jede Architektur, die Welt zu verbessern. Doch wie alle, die jemals mit Utopia in Berührung gekommen sind, wurden die Architekten dafür schwer bestraft. Der Architekt ist im Angesicht Utopias in einer unmöglichen Situation: Ohne Bezug darauf ist sein Arbeit wertlos. Doch mit diesem Bezug wird sie zur Komplizin schwerer Verbrechen.“ Rem Koolhaas
Ausgehend von Texten aus Vergangenheit und Gegenwart spüren wir im Gespräch mit der Schauspielerin Nicole Kleine, dem Theatermacher und Architekten Axel Tangerding und der Stadtforscherin Susanne Flynn den planerischen Ideen im Münchner Norden nach und blicken aus dem Einkaufscenter heraus auf die Baustellen der Zukunftsstadt.
Mit Axel Tangerding, Nicole Kleine, Susanne Flynn

Das Wohnen und Zusammenleben ist ein wesentliches Thema in der Biografie einer Stadt und zumal von München. Wer sich in welchem Viertel befindet, wird zunehmend eine Frage des Geldes und der sozialen Kontakte. Damit wandelt sich auch die Zusammensetzung der Stadtgesellschaft. Angelehnt an das Buch „Das Leben. Gebrauchsanweisung“ des französischen Schriftsteller Georges Perec werden wir uns im Rahmen von RODEO 2020_Baustelle Utopia damit auseinandersetzen, wie der Alltag in München aussieht.
In seinem Roman nimmt Georges Perec in 99 Kapiteln die Bewohner*innen eines Mietshauses in den Blick, folgt ihren Biografien, skizziert ihre Lebensstile, thematisiert ihre Geschichten. Er entwirft ein kaleidoskopisches Panorama, ein kunstvoll gestaltetes Puzzle der menschlichen Existenz. Die meist nur wenige Seiten langen Kapitel, führen an nur einem Tag, dem 23. Juni 1975, durch alle Zimmer des Hauses. Sie bieten jeweils abschnittweise Beschreibungen der verschiedenen Wohnungen, der einzelnen Zimmer und ihrer Bewohner*innen, des Treppenhauses oder der Kellerräume. Die/der Leser*in verfolgt diese Schilderung, als wäre sie/er Archäologe*in, die/der die Spuren einer vergangenen Zivilisation zusammenträgt – und sich selbst darin findet und verfehlt.
Ausgehend von Perecs „Das Leben. Gebrauchsanweisung“ präsentieren wir performativ arbeitende Künstler*innen, die sich auf einen Open Call hin mit dem Zusammenleben in der Stadt zu befassen und dabei unterschiedliche Menschen und ihre Geschichten in den Blick zu nehmen.

In München gibt es eine Vielzahl von Menschen, die durch das Raster fallen, gerade so überleben, aber im eigentlichen Sinn wohnungslos sind. 

Notgedrungen entwickeln sie alternative und kreative Wohnformen. ÜBER_LEBEN begleitet vier Menschen in ihre speziellen Lebensräume.

Mit Stephanie Maier, Franziska Vallentin

 

27.10. Dienstag

20.00 Uhr / Galerie Kullukcu-Gregorian, Kreativquatier / Kein Publikum
RODEO_Talkshow: Freiheit vermessen Teil 2 (Talk)

Akteur*innen der Freien Szene Tanz und Theater verständigen sich in einer Lokalrunde über Projekte und Vorhaben, strukturelle Schwierigkeiten, Einschränkungen und Zukunftsvisionen. Mit dem Gespräch wird live im Talk oder gegebenenfalls per Skype eine Unterhaltung fortgesetzt, die bereits während des Lockdowns begonnen hat.

Diese Veranstaltung findet ohne Publikum statt. Anmeldung unter ticket@rodeomuenchen.de.

 

28.10. Mittwoch

Im Gehen, im Zurückgehen, forscht Judith Hummel nach ihrer eigenen Herkunft und legt eine Spur um die Felder Erinnerung und Körper. Auf mehreren Etappen verfolgt sie, begleitet von ihrer Mutter Margret und der Kamerafrau Laura Kansy, die Route ihrer Großmutter, die 1944 von Rumänien nach Deutschland flüchtete. Im Juni 2019 gehen sie die erste Teilstrecke von Săcălaz, dem Heimatdorf der Großeltern, bis nach Szeged in Ungarn. Aus Material, das unterwegs aufgenommen wird, entsteht eine Installation mit Video, Klang, Erinnerungs­stücken und Live-Momenten.
Coronabedingt hat die Arbeit eine Wendung erfahren: Es ist ein Film entstanden – eine Dokumentation der szenischen Momente, der Bilder und Klänge im Raum - und doch eine neue, eigene Arbeit.


Von und mit Judith Hummel

Kein Kläger (Theater)

Der Entnazifizierungsmythos ist mit Blick auf die personellen Kontinuitäten in fast allen Behörden der jungen Bundesrepublik schnell widerlegt. In den Nachkriegsjahrzehnten prägte eine überwältigende Anzahl von Staatsanwälten und Richtern mit NS-Vergangenheit nicht nur Rechtsverständnis und Lehre, sondern verantwortete auch die Ahndung von NS-Verbrechen.
Auf der Basis von investigativer Recherche untersucht „Kein Kläger“ exemplarisch Schauplätze, Urteile, juristische Karrieren und problematische Strukturen.
Ausgehend vom OEZ-Attentat und dem NSU-Prozess begibt sich das Publikum auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Begleitet von einer App trifft es im Stadtraum auf Schauspieler*innen und Auszüge aus eigens für die Produktion geführten Zeitzeugeninterviews in Augmented Reality.
Im Zentrum von „Kein Kläger“ steht die Frage: Welche unverzichtbare Rolle spielt die Justiz der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft bei der Eindämmung rechtsextremer und antisemitischer Gewalt?


Konzept, Recherche, Text und Regie: Christiane Mudra

 

Mit „Fleischlos“ nimmt die israelische Choreografin Zufit Simon eine ihrer ersten Soloarbeiten wieder auf: Ausgehend von unspektakulären bewussten oder spontanen Bewegungen entwickelt sie die Dynamik einer komplexen Bewegungsfolge.
Eine ihrer jüngsten Arbeiten mit dem Sound- und Videodesigner Fredrik Olofsson ist „SCHÄUME“. Das Projekt setzt das flüchtige Fluid als Metapher für die Verfasstheit moderner Gesellschaften und unternimmt eine Recherche des Instabilen. Aus dem abendfüllenden Stück, das im Februar diesen Jahres in Braunschweig Premiere hatte, zeigen Zufit Simon und Fredrik Olofsson einen Ausschnitt.
Haare stehen im Zentrum des Solos „Persian Hair“ von Raha Nejad, Berliner Urban Dance/Vogue Tänzerin mit iranischen Wurzeln, in dem sie sich mit kulturellen Unterschieden und divergierenden Frauenbildern auseinandersetzt. Für sie selbst ist ihr Haar und ihre Art damit zu tanzen, das „Persische“ an ihr. In der Choreografie von Christoph Winkler verbindet sie filigrane Hand- und Schrittkombinationen mit kraftvollen Moves zu Techno-Beats.


Choreografie: Zufit Simon, Christoph Winkler

 

29.10. Donnerstag

Die „Freie Bühne München“ versteht sich als Theater für alle und bietet Menschen jedweden Hintergrunds die Möglichkeit, sich künstlerisch und kreativ zu entfalten. Es geht darum, Talente zu entdecken und Räume zum Ausprobieren zu schaffen. Schauspieler*innen, Techniker*innen, das Regieteam, mit und ohne Behinderung, sind Kolleg*innen auf Augenhöhe, die gemeinsam professionell Theater machen. Die Freie Bühne München e.V. erhält zwischen 2019-2021 hierfür die Optionsförderung der Landeshauptstadt München.
Mit „Lulu“ hat die „Freie Bühne München“ ein Stück erarbeitet, das Frank Wedekind im Jahr 1913 verfasst hat. Mit der Tragödie hat der Münchner Autor die bürgerliche Stadtgesellschaft in Aufruhr versetzt. Im Rahmen von RODEO 2020_Baustelle Utopia stellen Mitglieder der „Freien Bühne München“ nicht nur ihr Projekt, sondern auch ihr Konzept und ihre Arbeitsweise vor.
Mit Schauspieler*innen und Vertreter*innen der Freie Bühne München, Simone Egger, Karnik Gregorian, Bülent Kullukcu

 

Diese Veranstaltung wird ausschließlich gestreamt und kann ohne Anmeldung über https://www.facebook.com/rodeomuenchen/ und https://www.youtube.com/watch?v=mBGh2ZONSJc besucht werden.

18.30 Uhr / MIRA Einkaufszentrum, Hasenbergl / Eintritt: 10 € (ermäßigt) & 20 €

Mit „Fleischlos“ nimmt die israelische Choreografin Zufit Simon eine ihrer ersten Soloarbeiten wieder auf: Ausgehend von unspektakulären bewussten oder spontanen Bewegungen entwickelt sie die Dynamik einer komplexen Bewegungsfolge.
Eine ihrer jüngsten Arbeiten mit dem Sound- und Videodesigner Fredrik Olofsson ist „SCHÄUME“. Das Projekt setzt das flüchtige Fluid als Metapher für die Verfasstheit moderner Gesellschaften und unternimmt eine Recherche des Instabilen. Aus dem abendfüllenden Stück, das im Februar diesen Jahres in Braunschweig Premiere hatte, zeigen Zufit Simon und Fredrik Olofsson einen Ausschnitt.
Haare stehen im Zentrum des Solos „Persian Hair“ von Raha Nejad, Berliner Urban Dance/Vogue Tänzerin mit iranischen Wurzeln, in dem sie sich mit kulturellen Unterschieden und divergierenden Frauenbildern auseinandersetzt. Für sie selbst ist ihr Haar und ihre Art damit zu tanzen, das „Persische“ an ihr. In der Choreografie von Christoph Winkler verbindet sie filigrane Hand- und Schrittkombinationen mit kraftvollen Moves zu Techno-Beats.

 

Choreografie: Zufit Simon, Christoph Winkler

 

30.10. Freitag

Der Entnazifizierungsmythos ist mit Blick auf die personellen Kontinuitäten in fast allen Behörden der jungen Bundesrepublik schnell widerlegt. In den Nachkriegsjahrzehnten prägte eine überwältigende Anzahl von Staatsanwälten und Richtern mit NS-Vergangenheit nicht nur Rechtsverständnis und Lehre, sondern verantwortete auch die Ahndung von NS-Verbrechen.
Auf der Basis von investigativer Recherche untersucht „Kein Kläger“ exemplarisch Schauplätze, Urteile, juristische Karrieren und problematische Strukturen.
Ausgehend vom OEZ-Attentat und dem NSU-Prozess begibt sich das Publikum auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Begleitet von einer App trifft es im Stadtraum auf Schauspieler*innen und Auszüge aus eigens für die Produktion geführten Zeitzeugeninterviews in Augmented Reality.
Im Zentrum von „Kein Kläger“ steht die Frage: Welche unverzichtbare Rolle spielt die Justiz der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft bei der Eindämmung rechtsextremer und antisemitischer Gewalt?


Konzept, Recherche, Text und Regie: Christiane Mudra

 

Talkshow_Rodeo – Route 5: Rassismus bekämpfen Teil 2

CHAKKARS ist eine Plattform für moving interventions, die derzeit von Sarah Bergh und Sandra Chatterjee in München aufgebaut wird. CHAKKARS hat zum Ziel, den Blick auf Strukturen, Resonanz- und Imaginationsräume zu eröffnen, in denen PoC, postmigrantische, dekolonisierende, (intersektional) Differenz- und Rassismus-kritische sowie kritisch weiße Ansätze, Perspektiven und/oder Inhalte durch Tanz, Körper und Körperkulturen verhandelt, gesehen, angestoßen und rezipiert werden können.
Im Rahmen von RODEO 2020 stellen Sarah Bergh und Sandra Chatterjee performativ eines ihrer aktuellen Projekte vor, das mit der Sammlung von diversen „Münchner Tanzgeschichten“ ein Mapping von Orten für Tanz im Stadtraum choreografieren wird.


Von und mit Sarah Bergh und Sandra Chatterjee

Diese Veranstaltung wird ausschließlich gestreamt und kann ohne Anmeldung über https://www.facebook.com/rodeomuenchen/ und 

https://www.youtube.com/watch?v=mBGh2ZONSJc

besucht werden.

Shared Stories
eine Musiktheater-Performance mit Künstler*innen aus Deutschland, Bosnien-Herzegowina und Ruanda

Im Sommer 2021 wird Shared Stories als die erste Bühnenperformance zwischen deutschen, ruandischen und bosnischen Künstlern in Sarajevo, München, Berlin und Kigali zu sehen sein. Momentan befindet sich das Projekt in einer Phase des artistic research. Nach dem Ubumuntu Arts Festival 2020 wird Ergebnisse des tri-nationalen Austauschs auch beim RODEO Festival als Teaser Performance gezeigt: Musikvideos aus Bosnien-Herzegovina, Choreografien aus Ruanda und Live-Musik von Asmir Šabić erinnern an die tragischen Ereignisse der 1990er Jahre und entwerfen eine Idee der Versöhnung. “Shared Stories performance” ist eine Einladung, einen Beitrag zu einer aktiven Erinnerungskultur als Künstler*innen, als Zeitzeug*innen zu leisten.
Koproduktion zwischen Sarajevo Kriegstheater / SARTR - Bosnien-Herzegovina, Mashirika Performing Arts and Media Company - Ruanda, The Grey Stories e.V. - Deutschland

Directing Team:

Hope Azeda, Vernesa Berbo, Konstantin Dupelius, Yannick Ndoli, Selma Spahić, Nedim Zlatar

Musik:

Konstantin Dupelius, Peace Jolie, Moise Mutanga, Asmir Šabić, Leonardo Šarić, Nedim Zlatar

Schauspiel und Tanz:

Benjamin Bajramović, Snezana Bogićević, Frank Mugisha, Malaika Uwamahoro

Film:

Christopher Bühler, Lamia Šabić

Diese Veranstaltung wird ausschließlich gestreamt und kann ohne Anmeldung über https://www.facebook.com/rodeomuenchen/ und https://www.youtube.com/watch?v=mBGh2ZONSJc besucht werden.

20.30 Uhr / Galerie Kullukcu Gregorian, Kreativquartier / Publikumsbeteiligung online über facebook und youtube
Rassismus bekämpfen (Talk)

Die Diversität der Gesellschaft bildet sich größtenteils nicht in ihren Institutionen ab. Diese Analyse trifft auf Einrichtungen wie Ämter und Universitäten, aber auch auf Kulturorte wie Theater und Bühnen sowie Medienredaktionen zu. Ursächlich dafür ist ein struktureller Rassismus, der auch 2020 den Alltag bestimmt, während an manchen Stellen versucht wird, diese exklusiven Strukturen aufzubrechen. Bei diesem Talk geht es nicht um persönliche Erlebnisberichte von eigenen Rassismuserfahrungen, sondern um einen Austausch zum (Zu-)Stand von institutionellem Rassismus in diesen Bereichen, sowie nötigen Veränderungen und Forderungen. Forderungen, die sich an die exklusiven Machtinhaber richten und zeigen, wie es besser gehen muss. 

Über das Verhältnis von Kunst, Öffentlichkeit und Rassismus diskutieren an diesem Abend verschiedene Akteur*innen aus dem Bereich der Kultur und Medien.

Mit Gökalp Babayigit, Sarah Bergh, Sandra Chatterjee, Nuran David Calis, Karnik Gregorian, Bülent Kullukcu u.a.

Diese Veranstaltung wird ausschließlich gestreamt und kann ohne Anmeldung über https://www.facebook.com/rodeomuenchen/ und https://www.youtube.com/watch?v=mBGh2ZONSJc besucht werden.

 

31.10. Samstag

Der Entnazifizierungsmythos ist mit Blick auf die personellen Kontinuitäten in fast allen Behörden der jungen Bundesrepublik schnell widerlegt. In den Nachkriegsjahrzehnten prägte eine überwältigende Anzahl von Staatsanwälten und Richtern mit NS-Vergangenheit nicht nur Rechtsverständnis und Lehre, sondern verantwortete auch die Ahndung von NS-Verbrechen.
Auf der Basis von investigativer Recherche untersucht „Kein Kläger“ exemplarisch Schauplätze, Urteile, juristische Karrieren und problematische Strukturen.
Ausgehend vom OEZ-Attentat und dem NSU-Prozess begibt sich das Publikum auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Begleitet von einer App trifft es im Stadtraum auf Schauspieler*innen und Auszüge aus eigens für die Produktion geführten Zeitzeugeninterviews in Augmented Reality.
Im Zentrum von „Kein Kläger“ steht die Frage: Welche unverzichtbare Rolle spielt die Justiz der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft bei der Eindämmung rechtsextremer und antisemitischer Gewalt?


Konzept, Recherche, Text und Regie: Christiane Mudra

 

19.00 Uhr / Stadtraum / Kinder und Jugendtreff ZeitFrei in der Kurt-Eisner-Straße 28, 81735 München./ Eintritt: Frei
RODEO 2020_POP UP_PEREC!
Echt.Jetzt.

Lara Paschke und Barbara Galli-Jescheck geben Einblick in ihr jüngstes Projekt  Echt.Jetzt.

Echt.Jetzt startete in Neuperlach im KJT ZeitFrei. Danach zog es um in den virtuellen Raum, wo es schließlich auch seine Aufführung fand.

Die Intervention lädt ein, die tanzkünstlerische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterschiedlichsten Alters und Herkunft zu begegnen. In Wort, Bild und Bewegung. 

Über_Leben (Film/Performance) 

Die Künstlerinnen Stephanie Maier und Franziska Vallentin haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt.

In München gibt es eine Vielzahl von Menschen, die durch das Raster fallen, gerade so überleben, aber im eigentlichen Sinn wohnungslos sind. 

Notgedrungen entwickeln sie alternative und kreative Wohnformen.  ÜBER_LEBEN begleitet vier Menschen in ihre speziellen Lebensräume.

Mit Stephanie Maier, Franziska Vallentin

Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Das Wohnen und Zusammenleben ist ein wesentliches Thema in der Biografie einer Stadt und zumal von München. Wer sich in welchem Viertel befindet, wird zunehmend eine Frage des Geldes und der sozialen Kontakte. Damit wandelt sich auch die Zusammensetzung der Stadtgesellschaft. Angelehnt an das Buch „Das Leben. Gebrauchsanweisung“ des französischen Schriftsteller Georges Perec werden wir uns im Rahmen von RODEO 2020_Baustelle Utopia damit auseinandersetzen, wie der Alltag in München aussieht.

In seinem Roman nimmt Georges Perec in 99 Kapiteln die Bewohner*innen eines Mietshauses in den Blick, folgt ihren Biografien, skizziert ihre Lebensstile, thematisiert ihre Geschichten. Er entwirft ein kaleidoskopisches Panorama, ein kunstvoll gestaltetes Puzzle der menschlichen Existenz. Die meist nur wenige Seiten langen Kapitel, führen an nur einem Tag, dem 23. Juni 1975, durch alle Zimmer des Hauses. Sie bieten jeweils abschnittweise Beschreibungen der verschiedenen Wohnungen, der einzelnen Zimmer und ihrer Bewohner*innen, des Treppenhauses oder der Kellerräume. Die/der Leser*in verfolgt diese Schilderung, als wäre sie/er Archäologe*in, die/der die Spuren einer vergangenen Zivilisation zusammenträgt – und sich selbst darin findet und verfehlt.

 

01.11. Sonntag

Der Entnazifizierungsmythos ist mit Blick auf die personellen Kontinuitäten in fast allen Behörden der jungen Bundesrepublik schnell widerlegt. In den Nachkriegsjahrzehnten prägte eine überwältigende Anzahl von Staatsanwälten und Richtern mit NS-Vergangenheit nicht nur Rechtsverständnis und Lehre, sondern verantwortete auch die Ahndung von NS-Verbrechen.
Auf der Basis von investigativer Recherche untersucht „Kein Kläger“ exemplarisch Schauplätze, Urteile, juristische Karrieren und problematische Strukturen.
Ausgehend vom OEZ-Attentat und dem NSU-Prozess begibt sich das Publikum auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Begleitet von einer App trifft es im Stadtraum auf Schauspieler*innen und Auszüge aus eigens für die Produktion geführten Zeitzeugeninterviews in Augmented Reality.
Im Zentrum von „Kein Kläger“ steht die Frage: Welche unverzichtbare Rolle spielt die Justiz der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft bei der Eindämmung rechtsextremer und antisemitischer Gewalt?


Konzept, Recherche, Text und Regie: Christiane Mudra